Turntables statt Gitarren: So war's bei Casper beim Munich Mash

Turntables statt Gitarren: So war’s bei Casper beim Munich Mash

 

Sport, München, Casper. Wie das zusammenpasst?

 

Am Wochenende fand das Munich Mash statt; ein Event mit den Top-Athleten der internationalen BMX-, Mountainbike-, und Skateboard-Szene. Klingt schon mal ganz nett, aber unsere Aufmerksamkeit erregte da etwas anderes: Casper trat zum Abschluss des Samstags auf dem Red Bull Tourbus auf und lockte so auch die musikbegeisterten Münchner in den Olympia-Park.

20 Uhr. Auftritt Credibil.

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Casper ist bekannt dafür, überzeugende Support-Acts dabeizuhaben, das hat er erst kürzlich bei seinen Open-Air-Konzerten bewiesen. Bei diesen kleinen “Festivals, genannt “Castivals”, gab es zum Beispiel Prinz Pi oder Kraftklub im Vorprogramm zu sehen. Und auch wenn wir hier nicht bei einem Castival waren, lässt sich das für Credibil ebenfalls unterschreiben.  Bei Credibil handelt es sich um einen jungen Rapper aus Frankfurt, der 2012 auf der Bildfläche erschienen ist. Gleich zu Anfang brachte er seinen bekanntesten Song “Schaflos” und zog das Publikum auf seine Seite. Für den Frankfurter war es der erste Auftritt vor einer solchen Menschenmasse, in Zahlen etwa 8000. Hat man gemerkt? Nein, hat man nicht.

Wetter top, Stimmung auf der steilen Geraden nach oben, Zeit für Casper. Als einer der besten deutschen Live-Acts versteht es der gute Herr, das Publikum von der ersten Sekunde an mitzureißen. Noch bevor der erste Song losging, sperrte die Security den vorderen Wellenbrecher-Bereich ab. Im ersten Moment für die Fans, die noch reinwollten, nicht der Hammer, tat der Stimmung aber keinen Abbruch, denn nicht nur vorne kann gefeiert werden. Stillstehen? Gibt’s bei Casper nicht. Weder vorne noch hinten. Und erst recht nicht auf der Bühne oder in dem Fall dem Dach des Red Bull-Tourbusses. Schon nach kurzer Zeit begab sich der Rapper zu den Fans an die Absperrung. Dann vielleicht mal sein Knie ins Gesicht bekommen? Wird gefeiert. Kompromisslos.

Der Wermutstropfen am Hautnah-Erlebnis: Hinten hatte man davon nichts. Aber mal gar nichts, denn Leinwände gab’s beim Konzert nicht.

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Was Casper da vorne gemacht hat? Kann man sich ja später im Netz anschauen, denn wenn er schon mal vor einem steht, muss man das schon filmen! Bis er dann wieder auf der Bühne stand, gab es da noch eine Leiter zu überwinden und das ist gar nicht so einfach, wenn man “schon alt und gebrechlich” ist, wie er uns mitteilte.

Seine Band hatte Casper an diesem Abend nicht dabei – hätten eh keinen Platz auf dem Bus gehabt. Dafür gab’s Sounds vom DJ. Der Gig war etwas weniger rockig als gewohnt, was einigen Tracks die Energie genommen hat. “War nicht schlecht, hatte aber Luft nach oben”, um es in den Worten von Fans zu sagen, die seine Live-Shows mit Band zu schätzen wissen. Songtechnisch lag der Fokus auf den neueren Werken. Der Klassiker schlechthin, “Mittelfinger Hoch” durfte natürlich nicht fehlen. Als Bonus gab’s noch “Unzerbrechlich” oben drauf, dann ging’s aber auch schon weiter. “Karate” brachte den Olympiapark zum Brodeln, “Die Letzte Gang der Stadt” und “Ganz schön Okay” taten ihr Übriges. Kurz vor Schluss fiel dem werten Herrn dann noch auf, dass er “ja noch gar keinen Hit gespielt hat.” Das wurde dann aber schnell nachgeholt mit “Im Ascheregen.” Ob tausend Menschen, die auf Kommando springen, ihre Mittelfinger in die Luft halten oder aus voller Kehle mitsingen. München hat gebrannt.

Feuer

 

Zum Abschluss gab’s noch eine 30-Sekunden-Zugabe und die Frage “War’s das jetzt schon?” Als Antwort kam von den Fans ein eindeutiges Nein – von der Security allerdings ein klares Ja. Da das Konzert auch von 13-Jährigen besucht werden durfte, war um 22 Uhr Schluss. Ohne Diskussion. Noch auf einen Drink am Gelände chillen? Wenn man sich beeilt hat, war das noch drin, ansonsten kam schnell der Rausschmiss. Als Veranstalter hat man natürlich eine Lösung, nämlich eine Aftershowparty. Konnte man auf dem Gelände suchen oder einfach die U-Bahn zum nächsten Club nehmen. Casper hatte mit seinem Auftritt auf jeden Fall den Grundstein für eine gute Nacht gelegt.

 

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